Die Außentreppe

Eine der schönsten Außentreppen Berlins! Gesehen von Asphalt Tiger neben einem Hochhaus. Komischerweise geht die Treppe nur bis zum zweiten Stock.

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Und dann? — Keine Ahnung.

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Die junge Frau auf der Fassade hat eine Idee.

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Schön!

Schöne Baustelle

 

„Schon wieder eine schöne Baustelle!“ Asphalt Tiger traut seinen Augen kaum! Mitten auf der Prachtstraße Unter den Linden klafft eine Baulücke. Jetzt endlich weiß er, warum die ganzen Touristen hier rumlaufen.

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Baustellen ermöglichen einen Blick in die Vergangenheit. Fertige Häuser verschließen einen Blick in die Vergangenheit, aber auch einen Blick in die Zukunft. Baustellen bedeuten Offenheit – ermöglichen Zukunft!

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Solange es in Berlin noch Baustellen gibt, ist Berlin zwar stark gefährdet (Größenwahn etc.), aber noch nicht hoffnungslos verloren! Solange es hier noch Baustellen gibt, ist Berlin noch lebenswert! Solange es noch Baustellen gibt, ist die Stadt noch sehenswert!

Das wissen auch die ganzen Touristen, die sich jetzt beeilen, Berlin nochmal anzuschauen.

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Baustellen sind gut für die Gegenwart. Sie ermöglichen zu begreifen, dass noch nicht alles feststeht. Dass man noch etwas umwerfen kann. Ist das nicht ermutigend? Man muss das nur wollen!

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Asphalt Tiger atmet den Duft der Freiheit, der Baustellen stets umweht.

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Schönes Haus

„Nanu? Gibt es hier etwa etwas zu sehen?“ Berlins Prachtstraße Unter den Linden ist voll mit Touristen, und alle laufen in eine Richtung. Weil Asphalt Tiger neugierig ist, läuft er hinterher. Er ist gut gelaunt: Kaiserwetter!

Da endlich entdeckt er das Haus: Es ist das schönste Haus Unter den Linden (für alle anderen Touristen: Es ist die Hausnummer 62 bis 68)

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Asphalt Tiger kann es kaum fassen: Das Haus ist anders als alle anderen Häuser in Berlin-Mitte. Zumindest anders als alle neuen. Asphalt Tiger denkt: „Knick in der Optik!?“ Vielleicht hatte der Bauzeichner eine Gleitsichtbrille! Jedenfalls nicht so sturgerade wie der Rest von Berlin! Herrlich!

Dann fragt sich Asphalt Tiger, was das für ein Haus ist. Eine Bronzetafel mit einem Warnsignal verrät es (Asphalt Tiger kniept die Augen zu im hellen Sonnenlicht):

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„Hier befand sich von 1869 bis 1910 das Berliner Aquarium!“

Und heute? — Ein schnödes Verwaltungsgebäude vom Deutschen Bundestag (vermutlich schuften hier jetzt die Aquariumswärter, Fischpfleger, Köche und Bademeister, die arbeitslos zurückgeblieben waren, nachdem die Fische mit Sack und Pack ausgezogen sind …).

Schön ist das Gebäude trotzdem noch!

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Das letzte Eis

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Das letzte Eis schmilzt: eine Beobachtung, die Asphalt Tiger im Berliner Tiergarten macht. Nicht schlimm! Asphalt Tiger setzt sich auf eine Parkbank und atmet Luft ein: Die Sonne prallt auf die Rasenflächen und löst lange gebundene Duftstoffe aus, es riecht nach frischer Erde.

Nachbars Lumpi saust das letzte Mal übers Eis – mit Schlittschuhen! Ein französischer Austauschschüler traut sich mutig auf die Eisoberfläche. Da steht er unbewegt. Gerade hat er noch was zu seiner Freundin gesagt (auf französisch), dann ist er verschwunden. Sie auch. Die Parkbank neben dem Tiger ist leer.

Asphalt Tiger blinzelt in die Sonne und reibt sich die Augen: Er hat gar kein Krachen gehört! Da muss er wohl mal kurz eingedöst sein.

Nicht schlimm!

James-Simon-Galerie

Wie immer ist die Baustelle schöner als das fertige Gebäude! Asphalt Tiger freut sich, dass die James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel in Berlin-Mitte noch nicht fertig ist.

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Schließlich verschwinden dann die ganzen Farbtupfer, für die Baustellen so berühmt sind, und die Fassade wird Grau in Grau sein, wie das in Berlin seit nunmehr einem Viertel Jahrhundert so üblich ist.

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Genießen wir daher den Anblick dieser schönen Baustelle, solange es sie noch gibt!

Bewundern wir den Einfallsreichtum der Bauleute, die wahre Neuerer sind: Den Dachschmuck des Klassizismus – Adler, antike Göttinnen, Feldherrn, Obelisken – ersetzen sie durch moderne knallrote Flüssiggas-Flaschen.

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Gelbe und rote Geländer – immer noch beliebt: der Werkstoff Holz – setzen pfiffige Akzente. Die Bauarbeiter betonen die Horizontale: Bauarbeiter gehen lieber lang, die Bauherren schauen lieber hoch. Wenns Gebäude fertig ist, dominiert die Vertikale – ein Lehrstück über das Bauen und die Macht.

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Doch immerhin: Man kann die Errichtung der James-Simon-Galerie inmitten des ganzen Historismus und Klassizismus auf der Museumsinsel als ästhetischen Akt der Wiedergutmachung der Sünden der Nachwendezeit verstehen: Wirkt doch der Bau auf den ersten Blick bereits wie ein schüchterner Wiedergänger des 1995 abgerissenen Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der DDR, das früher nur knapp um die Ecke neben der — heute vom neubaubedingten Einsturz bedrohten — Friedrichswerderschen Kirche stand (auch hier bestens im Hintergrund zu sehen.)

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Bundesarchiv Bild 183-F0831-0301-012, Berlin, Aussenministerium, Brücke, Spree

Bundesarchiv, Bild 183-F0831-0301-012 / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)%5D, via Wikimedia Commons

Schöne Musik zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens

„Bei einer Kundgebung von Neonazis anlässlich des Jahrestages der Bombardierung Dresdens hat der Redner Gerhard Ittner den Holocaust in Zweifel gezogen“, berichtet die Tante Zeit. — „Was sagt man dazu?“, fragt sich Asphalt Tiger.

„Na klar! Klappen auf, zwo, drei, vier!“

Dankedanke, Dankedanke, Bomber Harris! Und den Demonstrierenden mit den grünen Haaren, die sich wie seit Jahren schon der Nazibrut entgegenstellen oder entgegen … sitzen!

Nie wieder Deutschland! Jippie!

(Natürlich passt der Text von dem Lied nicht ganz, wie immer, wenn Asphalt Tiger was Schönes denkt. Aber egal!)