Vintage

vintage

Noch mehr Dinge aus der Vergangenheit. Die von Luc Boltanski und Arnaud Esquerre in ihrem 2018 erschienen Buch Bereicherungsökonomie klug und anschaulich beschriebenen Möglichkeiten einer „Verwertung von Vergangenheit“, die nicht mit neuem Plastik, sondern alter Patina Geld macht, sprechen sich langsam herum: Nachhaltige Vintage Armbanduhren, präsentiert auf einer Auslage aus Pommes-Schälchen, exklusiv beim Schlüsseldienst in Neukölln.

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Dufte Band: Dawn of Humans aus New York in Amerika. Peacepunk auf falscher Geschwindigkeit. Passt Supergut zu: Morgengymnastik.

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A thing of the past

 

telefonkabelschlingenverhinderer 3

Es ist nicht so, dass die Auswahl an Produkten im Spätkapitalismus stetig zunimmt, sie nimmt auch wieder ab. Wie kommt das? Die Digitalisierung macht immer mehr Dinge überflüssig. Das Händy wird immer voller, die Wohnung immer leerer.

Unter den zahlreichen Dingen, die die Digitalisierung schon überflüssig gemacht hat, ist auch dieses: der Telefonkabelschlingenverhinderer. Die letzten Exemplare hat Asphalt Tiger in einer Schaufensterauslage ausfindig machen können. Er hat dieses aussterbende Ding mit seiner Handykamera dokumentiert, bevor es verschwunden war.

telefonkabelschlingenverhinderer 2

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Und nun zur Abwechslung: etwas schäbige alte Musik!

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Schlossplatz

Sie haben es geschafft! Die neue Fassade klebt fast vollkommen dran am Schloss. Die Schloss-Foundation überzieht komplett das einst so ehrliche Gesicht aus Stahlbeton, das nach und nach gänzlich überzogen wird mit barockem Zuckerguss. Bald werden auch die aufregend bunten Buden, Schilder und Lichter ums Schloss herum verschwunden sein, bald wird dieser mittelalterliche Jahrmarkt aus Farben und Formen einer neuzeitlichen Kontrolle vollständig unterworfen sein. Asphalt Tiger schaut mit offenem Mundwerk, seine Hände starr an den nächtlichen Fahrradlenker mit Klingel, Tacho und Bremsen geklammert, einer erhabenen Schönheit beim Versinken zu.

Leise klickt die Fussgängerampel, leise klingelt Asphalt Tiger mit der Fahrradklingel zum Abschied, leise klickt die Handykamera vom Tiger zum Abschied leise Servus. Morgen schon wird es niemand mehr nachvollziehen können, der nicht auf Asphalt Tigers Blog schaut, wie schön es einmal gewesen war. Allein Asphalt Tiger hält in diesem nächtlichen Moment fest, was dieses Schloss für einige Monate seines Lebens war: ehrlich, einfach, rau und schön; wild, bunt, divers und unglaublich liebenswürdig. O verloren. Wanderer, kommst du nach Berlin, schau auf Asphalt Tigers Blog.

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Vid.: Richtig gutes Zeug.

 

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Hinterhof

In Wirklichkeit waren die Farben und Kontraste natürlich viel geiler. Wenn Asphalt Tiger genauer darüber nachdenkt, muss er aber zugeben, dass die Farben vermutlich nur in seiner Vorstellung von der Wirklichkeit viel geiler waren, in seiner willkürlich verzerrten Erinnerung. Und, zum Zeitpunkt des Entstehens oder: kurz davor, in der idealisierenden Vorwegnahme: wie geil die Farben wirken könnten, wenn man sie mal richtig super festgehalten hat: Selbstüberschätzung. Wenn Asphalt Tiger da wieder hingehen würde, wo er das Foto  mit seiner Handykamera aufgenommen hat, würde er vermutlich feststellen, dass alles GENAU SO ist, wie es ist. Außer jemand hat das Bild mit seinem Scheißauto zugeparkt oder ein hässliches Kind fährt mit seinem Dreirad unentwegt im Kreis oder das Tor vorne an der Straße ist abgeschlossen. Also: Es war doch ein sehr glücklicher Moment!

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Frisches Grün

Baum

Dieses Foto ist zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung etwas mehr als einen Monat alt. Man glaubt es kaum. Das Foto dokumentiert, wie sich das erste Grün zaghaft einen Weg in die Welt bahnt. Diese Welt ist aus Beton. Heute dagegen ist die ganze Welt schon grün !!!

Aber es müsste dringend einmal richtig regnen.

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Gute Musik: Grindline the Band

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Acht Uhr Scheiße! Wie konnte das passieren: Asphalt Tiger hat noch nie von dieser Band gehört: Grindline the Band aus Seattle/Washington. Dabei kommt ihm diese wunderbare Mischung aus Destruktivität und Melancholie so angenehm bekannt vor — Black Sabbath, Motörhead, Phil Lynott, GG Allin & the Murder Junkies, hach! –, das ist doch der Sound seiner Kindheitstage!? Alles ist sofort wieder da: Fettige Haare, aber keine Frisur, Mitesser, Einschlaf- und Aufwachstörungen, nächtliche Radioprogramme, die Dröhnung: Heuschnupfensprays, die heute nur noch als Betäubungsmittel Verwendung finden, komische Gedanken, Physik in der ersten Stunde, aber irgendwie trotzdem toll. Grindline The Band: Asphalt Tiger wird diese Band, auf die er durch Chef LeClam kam und deren Gesamtwerk er von Bandcamp downloadet, nie wieder vergessen. Der Sänger, Mark Hubbard, ist leider tot. R.I.P.

Vid.: Gutes Konzertvideo von Grindline The Band!

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Gute Musik: Uranium Club

 

Asphalt Tiger notiert sich in sein schwarzes Notizbuch: Uranium Club – gute Band – unbedingt merken. Struktur! Zeigo Killer, Käs kä se? Television, Into the Arms of Venus de Milo! Devo, Uncontrollable Urge! Oder Captain Beefheart, Ella Guru, oder Simon Reynolds, Rip it Up, S. xix: „Rather than rama-lama riffing or bluesy chords, the post-ounk pantheon of guitar innovators favored angularity, a clean and brittle spikiness. For the most part, they shunned solos, apart from brief bursts of lead integrated with more rhythm-oriented playing. Instead of a ‚fat‘ sound, players […] preferred ’skinny rhythm guitar‘, often inspired by reggae or post-James Brown funk. This more compact, scrawny style of playing didn’t fill every corner of the soundscape.“ (Rip it up and start again. Post-punk 1978-84, London 2005) Chapeau! Wie immer, beschreibt Simon Reynolds das so gut, wie das nur er kann, aber für Asphalt Tiger ist das mehr als eine Stilentscheidung in einer kurzen Periode der Musikgeschichte kurz nachm Krieg, sondern auch eine brandaktuelle Frage des respektvollen Miteinanders: Bitte lassen Sie Lücken, für den werten Konzertbesucher und die Mitmusiker*innen! Der Strukturgedanke des Post-Ounk drängelt: Runter mit den flaschen Charaktermasken des Schowgeschäfts! Insofern ist das gute Musik. Q.e.d.

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