Asphalt-Kühe

Mit sichtlichem Behagen marschieren in den Bergen die Kühe auf den breiten Wegen, welche die Menschen angelegt haben, ohne viel Rücksicht auf diese. Modell dafür, wie die Zivilisation, die Natur unterdrückte, der unterdrückten beistehen könnte.

(Theodor W. Adorno, Aus Sils Maria, in: ders., Ohne Leitbild. Parva Aesthetica, Frankfurt am Main 1967, S. 48)

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Vid.: Eines der schönsten Musicvideos, die Asphalt Tiger im vergangenen Sommer entdeckt hat. Nicht nur, dass hier junge Tunichtgute Burt Bacharach auf unnachahmlich lässige Weise covern. Das Video zeigt darüber hinaus einen Aspekt der 1980er Jahre Indiesubkultur, der im Retrorevival der letzten Jahre unterschlagen wurde: eine unglaubliche Schluffigkeit, Lethargie und Weltverneinung, die aus lauter Schluffigkeit zu einer aufs Äußerste geschärften Farbwahrnehmung in der Lage war (wahrscheinlich durch Teetrinken). Die selektive musikindustrielle Reproduktion und Perfektion postpunkiger Zackigkeit lässt so was Widerstreitendes heute gar nicht mehr zu, … genauso wenig wie die Anwesenheit trompetenspielender und teetrinkender Vertreter_innen der älteren Generation. Aber so sollte es doch sein, in einer schöneren Welt, oder?

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Oh no!

Beim Ausbruch der Februarrevolution eilte Michel sofort nach Paris zurück und dort zu den Montagnards, den für die Revolution organisierten Arbeitern, um mit ihnen auf Stroh zu schlafen und auf den Barrikaden zu kämpfen. Sie bereiteten ihm einen Empfang, an den er sich bis an sein Lebensende mit Rührung erinnerte.

Nicht so zufrieden mit ihm waren die Leiter der Bewegung, Flocon, Caussidière, Arago, die nach dem erkämpften Siege möglichst schnell Ruhe und Ordnung wiederherstellen wollten, was gar nicht nach Bakunins Sinn war. Bakunin sei unschätzbar am ersten Tage der Revolution, sagte Caussidière, am zweiten müßte man ihn erschießen.

(Ricarda Huch, Michail Bakunin und die Anarchie. Köln/Berlin 1968 [1923], S. 82 f.)

Oh nein! Weiter! Weiter!

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Rollbrett

Immer wieder schaut sich Asphalt Tiger dieses schöne Video an. Nicht nur die Musik ist gut: „Danny’s Park“ der US-amerikanischen Punkband Vaguess ist angenehm schrammeliger garagiger Punk: Genau so, wie Asphalt Tiger das mag.

Auch die Bilder von dem Video sind schön. Die Landschaft ist sehr schön: Solche Landschaften liebt Tiger zu photographieren. Helle Flächen aus Beton! Stahlgeländer! Hütchen, Pylonen, rot-weiß! Brücken! Dunkle Strommasten, Holz! Bäume! Schatten! Schiefe Ebenen und Neigungen! Buchsbaumbüsche! Gitter! Gras in Eisenrahmungen. Und Sonne, Sonne!

Die jungen Leute auf den lauten Rollbrettern machen im Video so etwas ähnliches wie Asphalt Tiger: Sie versuchen, die Landschaft in ihrer Schönheit verstehen zu lernen. Asphalt Tiger tut das mit dem Blick, die jungen Leute tun das mit dem Brett. Das lange Brett mit seinen vier Rollen schmiegt sich mimetisch der Landschaft an wie ein Blick (der schweift) und erschließt sich ihre Einzelheiten: Das Brett hüpft! Hüpft auf diese oder jene und vernakuläre Einzelheit (und zeichnet sie mit schwarzen Gummispuren aus). Gleitet über Besonderheiten hinweg (da, wo eine Lücke im Geländer ist), und zeichnet sich auf dem Hintergrund von Allgemeinheiten (wie Asphalt, Grundlage unserer ganzen Gesellschaft) in Gestalten ab.

Und wie sich ein Blick vom Asphalt Tiger im Ungefähren verliert, verliert sich immer wieder ein Brett: „Nicht aufgepasst, Junge! Auf den Hosenboden gefallen!“ Da: Das Brett schnellt davon! (Asphalt Tiger schüttelt den Kopf: Er ist beim Blicken noch nie auf den Hosenboden gefallen. Obwohl …).

Asphalt Tiger überlegt: Ein junger Mensch hält das Ganze mit seiner Telefonkamera fest. Wäre er nicht gewesen, wäre Asphalt Tiger nie ins Staunen gekommen über die Schönheit des Tuns der jungen Leute in und mit der Landschaft (einer von ihnen spielt übrigens in der Band Vaguess mit). Vielleicht sollte Asphalt Tiger sich auch so ein schnelles Surfbrett auf Rädern besorgen? Oder seine Telefonkamera benutzen?

(Lieber nochmal anschauen)

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Der Hinterhofbaum vom Landesgericht

landgericht

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Nach oben

Asphalt Tiger stimmt dieses Bild optimistisch. Schon als er in der Wirklichkeit war, konnte er nicht davon ablassen, das Bild anzuschauen. Und auch zu Hause betrachtet er es wieder und wieder. Gefragt warum, weiß Asphalt Tiger nicht genau, warum. Er freut sich:

„It feels good! Feel the feeling! Feel the feeling!“

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Der Enjoybus

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Asphalt Tiger mag den Enjoybus. Enjoybus ist ein guter Name für einen Bus. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob Bäume aus dem Bus wachsen. Asphalt Tiger mag diesen Gedanken. Er findet es schön, dass dem Enjoybus das passiert. Es sieht so aus, als ob der Enjoybus jetzt für immer hier bleibt. „Es kann alles für immer so bleiben!“, denkt Asphalt Tiger, als er weggeht.

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Das nächste Mal, als Asphalt Tiger am Ufer vorbeikommt: „Enjoybus!?“

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Der Marienkäfer

Asphalt Tiger hat ihn am Wegesrand entdeckt. Wer ihn nicht sofort sieht – kleiner Tipp: Er ist da, wo der rote Punkt ist! Und die vier schwarzen Punkte drauf (vier Jahre alt)! Er sitzt auf einem Taubnesselblatt, und die großen Grasblättern sehen wirklich aus wie eine dufte Geschenkeverpackung für ihn. Und der Marienkäfer ist doch wirklich ein Geschenk! „Danke, dass du endlich da bist, Marienkäfer!“

Der Marienkäfer krabbelt rum. Sehr schön!

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