Karel Gott

Karel Gott ist tot. „Gott ist tot, Biene Maya lebt“, hatte ein Fernsehmoderator gewitzelt. Asphalt Tiger ist nicht zum Lachen zumute. Er fand Karel Gott großartig. Sicher nicht das Gesamtwerk, aber doch genug. Auf Platz 1 von Asphalt Tigers Karel-Gott-Hitparade steht seit mehr als zwanzig Jahren unangefochten „Schicksalsmelodie“, aus dem Film Love Story.

Asphalt Tiger hatte die Schallplatte mal auf dem Flohmarkt gekauft. Asphalt Tiger kann das Lied nicht hören, ohne traurig zu werden. „Wir werden nie uns beide wiedersehen!“ Adieu, Karel. „Ich hör das Lied und muss auf einmal wieder traurig sein.“

Wir alle wissen es: Der Soundtüftler Brian Eno hat die Sounds für Windows 95 entwickelt. Was bislang niemand wusste: Der Sound an der Aldi-Kasse ist von Francis Lai: Es sind die ersten Töne von seiner Komposition Love Story. Immer wenn Asphalt Tiger bei Aldi an der Kasse steht, singt er mit: „Schicksalmelodie.“ Von Karel Gott. Das wird vermutlich für immer so bleiben.

Karel Gott hat in seinem Leben viel gemacht. Soul: „It takes a worried man to sing a worried song“. Asphalt Tiger dachte damals: „worried“ heißt verwirrt, fahrig, unkonzentriert: „Karel Gott – er spricht zu mir!“

Psychedelic: Der düstere Beat der ungarischen Csárdás-Geiger!

Country und Western: „Nachtgeister ziehn vorbei“. Amerikanisch-slawische Kuhjungen-Reiterhorden an der Frontier des jugoslawischen Berglands? Schlager als kulturindustrielle Entspannungspolitik? Die Neuzusammensetzung des imaginären Ostblocks im westdeutschen Schlager ist jedenfalls sehr hybrid.

All dies und vieles mehr — vergänglich! Was bleiben wird, ist Karel Gotts „Schicksalsmelodie“. Das wird vermutlich für immer so bleiben. Danke, Karel! Dĕkuji pĕknĕ!

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