Roky Erickson

Heute hätte Roky Erickson Geburtstag feiern können. 15.7.1947-31.5.2019. Jemand hat im Interness geschrieben: Rest In Psychedelia, Roky. Ja. Kein Kuchen. Asphalt Tiger ist traurig. Wieder ein Dropout weniger. Dropouts: Gibt’s die heute eigentlich noch? Die weg vom Fenster sind, verloren gehen, wiedergefunden werden, rausgeholt werden, wie Roky Erickson aus dem Knast, oder aus der Psychiatrie, holt sie raus, in aller Liebe. Gibt’s die heute eigentlich noch? Outsider, die keiner versteht und die nicht funktionieren, die danebenleben und sich abseits verwuseln und sich darum ihre Integrität bewahren – und unsere Zuneigung. Außenseiter, mit Dämonen, ohne Instagram, mit ESP, ohne Unique Selling Point. O verloren.

Wenn Gender ein soziales Konstrukt ist, das die Heutigen fasziniert, war Generation wohl DAS soziale Konstrukt, das die Dropouts der vergangenen Generationen 1968+ fasziniert hat: in der pop/subkulturell informierten Affirmation von Krankheit, Wahnsinn, Kinderlosigkeit und Tod als Verweigerung der sozialen Reproduktion, als Weigerung, mit dieser Gesellschaft übereinzukommen. Diese Generation stirbt offensichtlich aus, und es erscheint überflüssig, sie im Rahmen des postfordistischen Diversity Management von Identitätspolitiken als Kund_innen zu adressieren. O verloren.

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