Peter Behrens R.I.P.

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Peter Behrens ist tot. Das war immer Asphalt Tigers persönlicher Favorit bei Trio. So stoisch und unbewegt, wie er Schlagzeug gespielt hat.

Einmal hätte Asphalt Tiger Trio fast gesehen. Da haben sie im Treibhaus gespielt, der Dorfdisco in dem Ort, wo Asphalt Tiger groß geworden ist. Asphalt Tiger kann sich noch gut an das Plakat erinnern: Einfach schwarze Schrift auf weißem Grund, Trio und ein durchgestrichenes Herz und noch eins, wie auf der ersten Platte. Und Treibhaus und irgendein Datum 1981 oder 1982. Das Plakat hing auf dem Schulweg, und das Treibhaus war ganz in der Nähe von Asphalt Tigers Grundschule. Heute noch ärgert sich Asphalt Tiger, dass er das Konzert verpasst hat.

Ein Jahr später kam es dann im Radio, und Asphalt Tiger hat es auf Cassette mitgeschnitten. Am Ende der ersten Seite leiert das Band, bei Trio Bommerlunder, I wanna go home. Der Cassettenrecorder hatte Schwierigkeiten mit C90-Chrome-Bändern von BASF. BASF war sowieso eine seltsame Marke. Im Gegensatz zu TDK oder Maxell haben die Hüllen, wenn man sie aufgeklappt hat, immer nach Kotze gerochen. Asphalt Tiger hat auf Maxell geschworen. Ein Klassenkamerad hat ihm immer mal wieder BASF-Kassetten ausgeliehen; die Musik war immer Scheiße: Ronny James Dio, Barclay James Harvest. Das Trio-Tape hat Asphalt Tiger vermutlich irgendwann überspielt. Hoffentlich nicht!

„Wo kommt ihr denn wech?“, hat dann der Koch von Trio gefragt, als Asphalt Tiger mit seiner damaligen Freundin einige Jahre später im Großraum Oldenburg rumgetrampt ist. Großenkneten war ja nur ein Katzensprung davon weg. Da hatten die Leute von Trio ein Haus, alles verkloppt, außer Fernseher und Sofa. Und Herd, vermutlich. Asphalt Tiger blickt zum Fenster hinaus, ein Baum jagt den andern, regelmäßig, aber die Landschaft blieb gleich. Es kommt ihm vor, als ob er sich schon tausendmal daran erinnert hat, aber vermutlich hat er irgendwann was an der Geschichte vergessen. Die Pointe.

Ein Kneipenbekannter von Asphalt Tiger hat mal einen gehoben mit Peter Behrens, in Wilhelmshaven. Ein anderer kannte ihn aus dem Winterpalais Berlin. Ein anderer hat mal mit Peter zusammen Musik gemacht. Peter muss sich sehr gelangweilt haben. Alle fanden ihn super.

Jetzt ist er tot.  Wenn Asphalt Tiger nicht damals das Trio-Plakat auf dem Schulweg gesehen hätte, staunend, sprachlos, minutenlang mit offenem Mund auf das schwarz-weiße große Papier starrend – sein Leben wäre sicher anders verlaufen. Seit Asphalt Tiger dieses Plakat gesehen und dieses Konzert verpasst hat, war er, was er heute ist: für immer Punk!

Asphalt Tiger ist Peter Behrens dafür sehr, sehr dankbar.

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