Die Welt der Pilze

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Asphalt Tiger versucht, durch Fotografieren die Welt der Pilze aus der Sicht der Pilze zu verstehen. Eine dunkle Welt, modrig, feucht, warm und nasskalt zugleich. Dumpfe Geruchsschwaden verhindern, dass man lange sieht. Hier gedeihen Pilze.

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Wachsen. Werden riesig groß. Werden so fest, dass man sie nicht mehr beißen kann. Haften fest, so dass man sie nicht abreißen kann. Man müsste denn den ganzen Baum ausgraben, um sie mit nach Hause zu nehmen. Aber ein Baumstamm passt in keinen Kochtopf!

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Wie Bäume können Pilze Hunderte Jahre alt werden. Sie sind Einzelgänger, sie verraten kein Geheimnis. Aber sie sind durch unentwirrbare Fäden unter der Oberfläche über Hunderte Kilometer miteinander verbunden und dadurch gut aufgestellt. Die durch Geschichte und Entfernung aufgespeicherte Erfahrung sieht man ihnen nicht an, schließlich schauen sie eher schlicht in die Luft.

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Luft!

Das ist es, was der Asphalt Tiger beim Fotografieren der Welt der Pilze vergessen hat! Denn erst durch das Luftige, Helle, Weite werden Pilzwelten dunkel, muffig, modrig. Als er die Ränder seiner Bilder betrachtet, wird dem Tiger aber klar, dass diese Dunkle, Modrige, Muffige nicht mehr und nicht weniger ist als die spezielle Weise des In-der-Welt-Seins der Pilze ist, der Ausgangspunkt ihres Zur-Welt-Seins. Ihrer Öffnung zur Welt, ihrer Bejahung!

Für die Menschen wiederum, die zur Welt der Pilze kommen (aber auch für Rehe, Kaninchen, Füchse …) ist das Dunkle, Muffige, Modrige ein gelungener Akzent in der Welt (wie das Senken der Stimme, durch die ein Satz erst Sinn macht), weil sie davor über den See hinweg in den leichten Herbstnebel geschaut haben oder durch das Laub der Bäume in den hellen Himmel!

Man stelle sich das bitte einmal vor, wenn man über den Rand der Fotos hinaus auf den See mit den Enten und in den Himmel schaut!

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6 Antworten zu Die Welt der Pilze

  1. Spinatbueb schreibt:

    Erst dachte ich „Iiih, Pilze!“, aber als ich dann den Text las, wurde mir klar, dass diese modrig-schwammigen Lebewesen (?) auf manche Menschen eine Faszination ausüben können. Kanns zwar immer noch nicht verstehen, aber immerhin nachvollziehen! 😉

  2. Asphalt Tiger schreibt:

    Es gibt ja zum Glück viele Sorten Pilze. Pilz Pils Pills. Diese Pilze hier sind knochenhart und vermutlich nur nach monatelangem Kochen essbar. Also keine Sorge, Herr Spinatbueb! Ja überhaupt: Ist knochenhart vegetarisch?

  3. Spinatbueb schreibt:

    Gute Frage! Sicher ist nur eins: „Schüttet der Pilz ins Pils seine Sporen, dann ist Hopfen und Malz verloren!“

  4. Asphalt Tiger schreibt:

    Ein schrecklicher Gedanke! Man mag gar nicht diesen Gedanken denken! Ich teile Ihre Befürchtungen voll und ganz. Dennoch eine Frage: Was ist mit den Hefepilzen? Gut oder böse? Ich denke: Gut!

  5. Spinatbueb schreibt:

    Ohne Hefe kein Brot – daher ein „Gefällt mir“ für die Hefe!

  6. Asphalt Tiger schreibt:

    Da bin ich ja erleichtert. Große Freude!

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