Schwerstkriminalität in der Straßenbahn

*

„Scheiße“, sagt die eine, als die andere sich nach einer kurzen Umarmung auf dem gegenüberliegenden Sitz niederläßt (zwei Fensterplätze in der gelben BVG-Straßenbahn, die flott um die Ecke fährt).

„Was?“, sagt die andere.

„Ich habe die Nötigung vergessen! Ich war die ganze Zeit über mit Tötungsdelikten beschäftigt, so dass ich die Nötigung vollkommen vergessen habe!“

„Scheiße!“, sagt die andere voll Empathie.

Asphalt Tiger schaut sich die beiden unauffällig von der Seite an: Unfassbar! Zwei junge Frauen, dezent gekleidet, ordentlich frisiert und unauffällig geschmickt. Zwei junge Frauen aus bestem Hause. Wie tief … !?

„Ich habe mich die ganze Zeit so gelassen und tiefenentspannt gefühlt, als ich mit den Tötungsdelikten beschäftigt war. Ganz ohne Eile und Hektik. Daran hätte ich merken müssen, dass ich etwas nicht berücksichtigt habe!“

Wenigstens das! Asphalt Tiger seufzt. Wenigstens gehen die Tötungsdelikte noch nicht glatt von der Hand! Wenigstens nicht ohne Unbehagen und den Gewissenszwang, das eigene Handeln kritisch zu beäugen. Vielleicht ist noch nicht alles verloren. Asphalt Tiger wirft der jungen Frau einen warmherzigen, mitleidsvollen Blick zu.

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Entscheidung: Asphalt Tiger plädiert auf Anerkennung mildernder Umstände. Bewertung der Strafrechts-Klausur nicht ganz so strenge!!

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