Kleiner Vorschlag zur Lösung des Sicherheitsproblems beim Flugzeug

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Es ist natürlich zynisch und menschenverachtend, dass die Hardliner den tragischen Flugzeugabsturz dazu nutzen, um ihre Sicherheitsfimmel auszuleben und Maßnahmen durchzudrücken, die die Bewegungsfreiheit aller Menschen einschränken.

Der tragische Sturz des Piloten – ein Einzelfall? Sicherlich nicht! Die zahlreichen Publikationen zum Zusammenhang von Kapitalismus und Depression in den letzten Jahren — man denke nur an Alain Ehrenbergs „Das erschöpfte Selbst“ — sprechen: Bände. Das flexible Selbst ist nach 30 Jahren Neoliberalismus erschöpft und … wir wissen es alle.

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Daher ein Vorschlag zur Güte, damit die erschöpften Selbste und Anderen nicht mehr mit Zwangsmaßnahmen voreinander geschützt werden müssen, wenn sie in engen Kabinen, weit entfernt der Heimat unterwegs sind.

Schafft die Flieger einfach ab! Baut die Straßenbahnnetze aus! Weltweit! Sofort! Erhöht die Geschwindigkeit und die Taktfrequenz!

Statt voreinander geschützt werden zu müssen, müssen die flexiblen und erschöpften Selbste entspannt werden! Nirgends geht das besser als in der schaukelnden Gondel der Straßenbahn, zum Singsang der im Sonnenlicht gleißenden Schienen. Asphalt Tiger ist ein bekennender Fan der Straßenbahn und setzt sich hiermit dafür ein, dass er und alle anderen Menschen damit bis ans Ende der Welt fahren können. Und damit: endlos! (Kugel)

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Für die internationalen Organisationen – UN-Sicherheitsrat, Weltbank, IWF usw. – dürfte es, angesichts der Dringlichkeit des Problems – Terrorismus weltweit, horribile dictu – keine Schwierigkeit sein, die gesamte Industrie weltweit in kürzester Zeit auf Straßenbahn- und Schienenproduktion umzustellen: notwendige Strukturanpassungsmaßnahmen. So was kann den Staaten auf der ganzen Welt, wie wir wissen, aufgedrückt werden!

Zwei Wochen sollten reichen! (KW 17/18 realisierbar?)

In dieser Zeit produzieren die Fabriken weltweit so viele Bomben und Autos usw., dass einem schlecht wird. Es wäre ja gelacht, wenn sie in der gleichen Zeit nicht Schienenstränge ausspucken können, die mehrfach um die ganze Welt reichen! Die Straßenbahn klingelt in Kamtschatka, in Rejkjavik, Lima, Lisboa, Lagos und Rom usw., in Ougadougou, Adelaide, Singapur und San Francisco (sowieso).

Bezüglich der Farbe der Straßenbahnen ist Asphalt Tiger nicht allzu wählerisch. Er wünscht sich ein wenig orange-beige zurück, und für lange Strecken durch den Wald, Schwarzwald, Amazonasgebiet usw. empfiehlt sich natürlich dunkelgrün.

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Ist erst einmal das Straßenbahnschienennetz weltweit etabliert (am Grund der Ozeane durchs Wasser durch, Stahlbeton-Brückenbau über Mariannengraben notwendig; sicherlich sind zahlreiche Anpassungen der Spurbreiten vonnöten), haben sich zahlreiche Probleme weltweit gelöst. Kriege verschwinden, weil kein Geld mehr für Bomben ausgegeben werden muss. Deshalb werden die meisten Fabriken und Staatsapparate überflüssig. Autos, mit denen die Leute vorher an die Arbeit fahren mussten, bleiben stehen und verrosten. Die Finanzkapitalisten pumpen ihr ganzes Geld nicht mehr in aufblasbare, unsichtbare Finanzprodukte, sondern in das Projekt, weil sie merken, dass endlich eine neue lange Welle beginnt. Die lange Welle der Straßenbahn, deren Produktlebenszykus endlos sein wird!

Als die ersten Straßenbahnen weltweit fahren, machen die Fahrgäste sofort friedliche Revolution und vergesellschaften Straßenbahnen und Infrastruktur. Natürlich können auch die Finanzkapitalisten umsonst mitfahren, denn sie sind Menschen wie jeder andere auch und zudem selber froh, keine erschöpften Selbste mehr sein zu müssen.

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Die Leute installieren die jetzt freiwerdende Hightech sinnvoll ins Führerhäuschen der Straßenbahnen. (Gerade in altmodischen Straßenbahnen ist noch reichlich Platz dafür) Alles ist ganz einfach und jeder kann Straßenbahn fahren, so oft er will. Weil Straßenbahnen jetzt allen gehören und umsonst sind, macht es keinen Sinn mehr, sie zu entführen. Abstürzen können sie nicht, sie fahren auf Schienen (Vorsichtsmaßnahmen nötig an: Alpen, Mariannengraben). Weil in jedem Ort auf der ganzen Welt eine Straßenbahnhaltestelle ist, mit der die Leute zum Einkaufen, in den Urlaub, zum Streichquartett oder Klavierkonzert oder zum Abendessen in geselliger Runde usw. fahren können (auch Don’t Drive Drunk gehört jetzt der Vergangenheit an), gleichen sich die Lebensverhältnisse weltweit an und keiner muss mehr etwas verteidigen und keiner kommt zu kurz. Weil die neuen Straßenbahnen so schnell sind, erübrigen sich Gentrification und staatliche Grenzsicherungsmaßnahmen und alle weiteren Repressionen, die Menschenmassen örtlich fixieren und Menschenströme behindern. Außerdem wird kein Flugbenzin mehr in die Luft gepustet!

Die Leute begreifen mehr und mehr die Straßenbahn als neuen Modus vivendi des Zuhause-Sein in der Welt. Flexibilität ist kein Thema mehr, weil es immer geradeaus geht. Wohin? Vorwärts natürlich!

Wodurch?

Indem die Menschen einen einfachen Vorschlag vom Asphalt Tiger beherzigen. Zu Ostern. Oder kurz danach. Denkt mal darüber nach!

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P.S. Die Vorschläge vom Asphalt Tiger sind an sich nicht neu. Vieles wurde bereits vorgedacht. Asphalt Tiger denkt hier vor allem an das inspirierende Werk von F.E. Stawiarsky, Geschehen im Weltall und unter der Menschheit, Göttingen: Verlag Erich Börries 1957 (verfasst 1947 – 1949 in der Ostzone).

Asphalt Tiger kann sich Stawiarskys Mahnruf nur anschließen:

Mahnruf.

Völker aller Welt, vereinigt euch! Schafft eine neue

Gefühls- und Geistesrichtung,

die alle Klassenkämpfe unter Menschen unterbindet, die allen Völkern der Welt, allen Wertgruppen der Menschheit Rechnung trägt, die die Herbeiführung und Durchsetzung von Ruhe, Ordnung, Sicherheit, Zufriedenheit usw. unter einzelmenschen, Einzelvölkern und den Frieden unter der Menschheit der ganzen Welt zum Ziele hat, die auf Gerechtigkeit, Sittlichkeit, Menschlichkeit, auf gesundem Menschenverstand, auf Vernunft, Logik usw. aufgebaut und den Naturgesetzen entlehnt ist! — Nur das, was auf diesen Grundsätzen basiert, hat Aussicht auf einen dauerhaften Bestand! Dem bisherigen Weltgeschehen unter Menschen muss ein ganz anderer Lauf gegeben werden! (ebd., S. 200)

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