Der Bundespolizeifriedhof bei Ahrensfelde

bundespolizeifriedhof

Hier liegen sie begraben: die letzten Bundespolizisten.

Als der letzte Bundespolizist starb, war er schon sehr alt. Hochbetagt ist er gestorben, in Frieden ist er gestorben. Mit seinem weißen, langen Bart, der erst einmal zusammengerollt werden musste, bevor es losgehen konnte, zur Spazierfahrt im Rolli über die grünen Felder Brandenburgs. Die Menschen behielten ihn in guter Erinnerung. Sanft war er, gütig. In seiner Jugend aber soll er ganz anders gewesen sein!

Große, grüne Bäume rauschen über den Gräberreihen des Bundespolizeifriedhofs. Eichhörnchen klettern flink die Stämme hinauf. Vögel zwitschern auf den Grabsteinen. Die Steine sind schon verwittert, meist kann man die Inschriften kaum mehr entziffern: „… tat seine Pflicht / … tat er nicht.“ Zeugen einer anderen Zeit!

Schöne Holunderbüsche wachsen inzwischen zwischen den Gräbern, immer höher, und die Wurzeln der Bäume wachsen quer über die Wege und heben die Pflastersteine an, da muss man dann etwas aufpassen: Das ist Natur, so ist sie halt! Alles wuchert und wächst.

„Mammi, Mammi! Was ist das, ein Bundespolizist?“

Manche Kinder kennen die bösen Bundespolizisten noch aus den Märchen, doch viele Erwachsene meinen inzwischen, es sei nicht gut, den Kindern solche Gruselgeschichten und Räuberpistolen aufzutischen. Ob das wiederum eine gute Idee sei, ist umstritten.

Ebenso umstritten sind auch Theorien, die letzten verbleibenden seelischen Störungen (die Menschen sind inzwischen gesund wie die Kartoffeln, Birnen und Äpfel) mit den sogenannten Archetypen zu erklären: Der Archetyp des bösen Bundespolizisten, der Archetyp des bösen Innenministers, der den Archetypus des Inneren Zigeuners jagt.

„Ihr bildet euch Phantome ein! So was gibt es doch gar nicht!“ Aufgeklärte Zeitgenossen halten diese Archetypenlehre für eine Spinnerei von Vorgestern, in gefährlicher Nähe zum Faschismus: „Bundespolizist, Innenminster? Bei euch piepts wohl! Hört auf mit den Märchen!“

In den Bäumen zwitschern die Vögel und hüpfen von Ast zu Ast. Ein herrlicher Tag! Wenn man das schmiedeeiserne Tor des Bundespolizeifriedhofs hinter sich schließt, tritt man wieder hinaus in die Gluthitze eines herrlichen Sommertags. Herrlich!

Asphalt Tiger schaut sich um: „Und jetzt ein Eis! Erdbeer! Vanille!“

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