Mist! Das alte Parkhaus bei der Komischen Oper ist dicht!

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Trauer und Wut!

Muss das sein?

Asphalt Tiger hat die Erfahrung schon oft gemacht: Hinterher weiß keiner mehr, wie es vorher mal war. Zum Beispiel dieses Parkhaus gegenüber von der Komischen Oper in Berlins Hässlicher Mitte, in der Behrenstraße.

Das soll abgerissen werden! Damit sich jeder dran erinnern kann, wie schön das einmal war – im Gegensatz zu später — macht der Tiger eine ganze Reihe dokumentarische Filmaufnahmen und stellt sie zum ewigen Angedenken ins Netz.

Und als schreiende Anklage an die Investoren!

Die wollen das alte Parkhaus plätten!!

Dabei war das Parkhaus doch zum Schluß noch das einzige Schöne Haus in Berlin! Penthouse statt Parkhaus, hieß es schon im Sommer 2010 so ungefähr im tumben Tagesspiegel! 6000 Euro pro Quadratmeter.

Jedenfalls hatten die geplant, das Parkhaus schon vor nem Jahr abzureißen. Aber Krise sei dank! Das Ding steht immer noch … Doch seit dem 1.12.2011 ist es dicht.

(Anm. vom Tiger, 20.12.: NEE! Jetzt steht da auf dem Schild: erst ab 1.1.2012 ist dicht!)

Das heißt nix Gutes. Eine etepetete Homepage lässt einen jetzt schon ahnen, wie der scheiß Wohn- und Bürogebäudekomplex, der da jetzt hochgezogen werden soll, mal aussehen soll. Palais Behrens, Palais Theising, Behrenstraße, was für Namen! Phantasie ham se ja. Aber Tiger wirds schlecht:

„Hier machen Sie sich ein Stück Berlin zu eigen, das es so kein zweites Mal gibt, und haben das, was die deutsche Hauptstadt so einzigartig macht, direkt vor der Haustür: die Seele Berlins!“

So säuselt der Sprecher im Werbefilmchen der Frankonia Eurobau Versicherungs Assetmanagement Stadtpalais Behrenstraße GmbH potentiellen Interessenten ins Ohr und impliziert: „Weg is weg! Haltet euch ran! Bald ist ganz Berlin verkloppt! Dann schaut ihr dumm aus der Wäsche! Ihr Arschgesichter!“

Das Eckhaus neben dem Parkhaus bleibt stehen. Es ist alt und heißt Palais Theising. Weil es alt ist, kommen da die Luxuswohnungen rein: „Hier wohnen nur wenige Auserwählte“, säuselt die Stimme im Werbefilm fürs Wohnhaus. Drinne in dem alten Ding, so wird versprochen, erzeugt eine hochmoderne Ausstattung „ein mondänes Lebensumfeld, das durch ein fein abgestimmtes Sicherheitskonzept vor Störungen geschützt wird.“

Tiger guckt auf die Bilder von dem Film: Die Kamera sucht die massive steinerne Außenfassade ab, wie der Tiger, wie ein Störer vielleicht. Und der Tiger hört auf die Filmmusik dazu: Wie Frank Sinatra … Chicago … The Rat Pack … Die Mafia!

„Ganoven!“, schreit der Tiger.

Wenn die Ganoven auf der Dachterrasse des Penthouses stehen, verspricht der Sprecher, kriegen sie für ihr Geld, das sie andern aus der Tasche gezogen haben, „einen Blick über Berlin, der nur wenigen Privilegierten vorbehalten bleibt.“

Dann schwenkt die Kamera über die Dachterrasse wie ein Betrunkener und zoomt auf einen weißgedeckten Tisch vor einer zwei Meter hohen Wand, die den Blick über Berlin verhindert. Auf dem Tisch stehen zwei Windlichter und eine Primel im Blumentopf. „Ist ja wie in Ahrensfelde!“, denkt der Tiger.

Asphalt Tiger guckt sich jetzt das Werbefilmchen für das neue Parkhaus pardon Bürohaus an. Er lässt sich richtig einlullen.

“Bis heute geben sich rund um die Behrenstraße die Eliten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft ein Stelldichein“, erklärt die Stimme. Und deswege wird der neue Firmenbetonbunker  „eine neue Adresse für Unternehmen und Institutionen, für die Repräsentation und Lage mehr sind als nur Schlagworte.“

Nachdem Asphalt Tiger das ewig lange identische Intro (wie einfältig!) übersprungen hat, stellt er fest: Nanu, DAS ALTE PARKHAUS WAR VIEL SCHÖNER!

Obwohl sich die Architekten vom neuen Palais Behrens vom alten Parkhaus zweifellos so einiges abgeguckt haben. Die Außenfassade ist ja wohl so was von ähnlich!

Nur ist sich der Tiger bombensicher, dass selbst der schlechteste Parkhaus-Architekt nicht auf die Idee gekommen wäre, das Ganze von innen wie einen Riesen-Knast aussehen zu lassen!

Aber, denkt sich der Tiger: Karl Marx hatte recht! Dass die Kapitalisten selber Gefangene ihres Systems sind.

„Holt sie da raus!!! ZERSCHLAGT IHR EISERNES UND BETÖNERNES (??) GEHÄUSE!!“

Aber vielleicht wird aus den ganzen Plänen ja nix! Vielleicht geht das ganze Projekt ja den Bach runter! Und das Parkhaus bleibt, wie’s ist.

Der Tiger träumt von einer besseren Welt …

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