Dienstag, 11.12.2012, 12h, wird das Bezirksamt über die Forderungen der Geflüchteten, die die leerstehende Schule in der Ohlauer Straße (Kreuzberg) besetzt halten, diskutieren. Aus diesem Anlass: Demonstration vor dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Frankfurter Allee 35/37. Kommt!
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“Scheiße! Das Zelt kracht ein! Nix wie raus!”
Die ganze Nacht hat es geschneit, und die Schneemassen drücken das große Zelt vom Refugee Camp am Oranienplatz platt. Die Leute retten, was zu retten ist.
Eines ist ja jetzt klar wie Kloßbrühe: Eine gescheite Bleibe muss her. Schnell. Die Kälte geht den Geflüchteten an die Substanz, und über längere Zeit hält so was keiner aus.
Die Knastleiterin von Prisod hat natürlich gesagt: Hier geht noch einiges! Auf einer Bürgerversammlung am 7. Dezember. Knapp nebenan macht sie einen neuen Asylknast auf mit 244 Einzelzellen. Früher waren da Rentner drin. Die sind jetzt alle gestorben. Jetzt soll das ein “Asylbewerberheim” werden.
Prisod ist eine “Wohnheimbetriebs GmbH”. Eine eigene Homepage hat sie nicht. Außerdem ist Prisod eine “Wohnbegleitungs GmbH” und stellt für ihre seelsorgerische Tätigkeit gerne Leute auf Minijob-Basis oder “studentische Hilfskräfte” ein.
Bei Prisod gibt man sich menschenfreundlich: “Asylbewerberheime” schützen Migranten vor Fremdenfeindlichkeit, und Prisod-Angestellte haben traurige Augenringe, wenn sie ihren Klienten die Abschiebebescheide überreichen. So traurig das für sie auch ist: machen müssen sie es wohl. Schließlich werden sie dafür bezahlt!
Menschenfreundlichkeit ist ein hartes Geschäft. Ein komplexes Unternehmen. Aber es lohnt sich. Frau Susanne Menk leitet dieses Unternehmen. Die Prisod Wohnheimbetriebs GmbH, die Prisod Wohnbegleitungs GmbH, aber auch das Unternehmen, dem der Firmensitz der Prisod gehört. Das ist die B.R.B. Immobilienservice GmbH. Außerdem leitet Frau Menk die CEBU Grundstücks-Verwaltungs GmbH, die Hausverwaltung des Firmensitzes. Ganz schön viel Arbeit. Aber es lohnt sich!
Abb.: Ein kleiner Vorschein auf das, was kommt.
Die CEBU ist laut Selbstdarstellung “eines der wenigen Hausverwaltungsunternehmen, welches Erfahrung mit der Bewirtschaftung von Spezialimmobilien, wie Wohnheime – welche von der öffentlichen Hand belegt werden – (aber auch betreute Wohn-Einrichtungen, Senioren- und Pflegeeinrichtungen sowie sonstige soziale Einrichtungen) hat” und “mit den in diesem Zusammenhang stehenden Abrechungs- und Zahlungsmodalitäten [...] bestens vertraut” sind. Hie fließen die Geldströme regelmäßig, bei anderen Gewerbeimmobilien kann die CEBU Erfahrungen in puncto “Mieterhöhungen und Ertragsmaximierung” vorweisen.
Ist das was Gescheites? Nee.
Die Geflüchteten ham was Besseres gefunden. Eine große, leerstehende Schule, in der Ohlauer Straße! Samstag morgen machen sie die Türen auf, und alles ist super hier.
Hier ist genug Platz für alle! Die Schule steht seit zwei Jahren leer. Trotzdem ist es drinnen schön warm. Das Bezirksamt heizt durch. Welch ein Kontrast zum kalten Oranienplatz!
Und es ist ja wohl klar, dass die Geflüchteten, wenn sie soweit ihr Leben selbst in die Hand genommen haben, sich wahrscheinlich nicht von irgendwelchen Sozialknastologen a la Prisod an die Kandare nehmen lassen wollen. Nachdem sie selbst beschlossen haben, aus ihrem Scheißstaat über die Grenze in den nächsten Scheißstaat über die Grenze bis nach Deutschland zu gelangen und gemerkt haben, dass es hier auch nicht viel anders ist, bietet die Schule einen Raum, es hier endlich anders zu machen. Neu! Selbst!
Alde*r, was für eine Chance!
Selbst der olle Gerhard Hauptmann, der neben dem Eingang hängt, guckt gleich ein wenig entspannter!
Jedenfalls, großes Kino!
Morgen, Dienstag, 11.12., entscheidet das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, ob sie das zulassen. Oder ob sie die Leute weiter in der Kälte leben lassen wollen, oder ob sie Knäste gut finden.
Eigentlich ist das doch sonnenklar: “Kein Mensch ist illegal – Bleiberecht für alle, überall!” Drinne bleiben in der Schule.









